Warum das Kino teuer ist

 

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Heute möchte ich mich einem Thema widmen, dass vielen an den Kinokassen sauer aufstößt. Die Ticketpreise, aber auch die Verköstigung mit Popcorn und Getränk, sind verdammt teuer. Man kann schon Mal für zwei Personen rund 50€ an einem Abend blechen. Kein allzu günstiges Vergnügen.

Als ich letzte Woche „Solo: A Star Wars Story“ sah, entlockten sie auch mir einen Seufzer. Es gab vier verschiedene Preiskategorien im größten Saal des Kinos. Je höher man saß, desto teurer das Ticket. Meine Freundin und ich saßen relativ mittig und zahlten 12€ für die Filmvariante 3D. Brillen brachten wir selber mit. Das sparte einen zusätzlichen Euro. Und dadurch, dass ich eine Mitgliedskarte des Kinos besitze, habe ich ca. noch einmal 2€ gespart (alles pro Ticket).
Ich erinnere mich noch gut, dass ich bei einem meiner ersten Filme (damals war das tatsächlich Michael Bully Herbigs „Traumschiff Surprise“) 5€ gezahlt habe. Das war 2004.
Noch happiger als die Ticketpreise, sind allerdings jedes Mal die für Popcorn und Getränke. Ein Menü mit einer mittleren Popcorn und einem 0,5l Getränk (das ohnehin halb Wasser, halb Sirup gepunsht ist) kostet a) mehr als das Ticket selbst b) mehr als eine komplette Mahlzeit in einem Restaurant. Kurzes Geständnis: Ich schmuggle mir jedes Mal zumindest eine Flasche Wasser mit hinein.

Die hohen Preise veranlassten mich dazu, mal zu schauen, wie sich die Ticketpreise überhaupt zusammensetzen. Nach einiger Recherche stellte ich fest, dass der Erlös des Tickets brüderlich geteilt wird. Welche Parteien wollen etwas abhaben?
Natürlich will der Staat ein Stück vom Kuchen abhaben. Das können wir schnell abhaken, das ist nämlich die Mehrwertsteuer.
Als weitere Partei haben wir die Filmverleiher, logisch, sie sorgen dafür, dass sämtliche Kinos den Film überhaupt erhalten und profitieren mit einem Anteil von 53 % des Ticketpreises. Sie kassieren also den größten Teil des Ganzen.
Und dann haben wir noch, abgesehen von den Kinos selbst natürlich, die Filmförderungsanstalt, an die mit 3 % pro Ticket auch keinen so kleinen Betrag kassiert. Das hat mich neugierig gemacht. Was ist die Filmförderungsanstalt (FFA) überhaupt?

Kurz mal bei Wikipedia nachgeschlagen. Zunächst einmal handelt es sich um eine Bundesanstalt, ist also eine staatliche Institution. Die Aufgaben dieser drehen sich um sämtliche Belange des deutschen Films. Was sind das für Belange?
Da hätten wir die Förderung deutscher Filme. Wie wird gefördert? Natürlich finanziell, aber auch durch aktive Unterstützung, von der Drehbuchentwicklung bis zum abschließenden Vertrieb des Filmes.
Darüber hinaus kümmert sich die FFA um die Vermittlung deutscher Filme an das Ausland, die Kooperation zwischen Fernsehen und Kino, die Bewahrung des filmischen Erbes (da hätten wir den kulturellen Aspekt), die Vermittlung von Filmbildung (das wäre so etwas wie z.B. die Förderung bestimmter Studiengänge an Hochschulen) sowie die Erstellung von Statistiken und die Erfassung von Marktdaten innerhalb Deutschlands rund ums Kino.
Tatsächlich gab es sogar durch die relativ bekannte Kino Kette UCI sogar eine Klage gegen den Abschlag, den man der Institution zahlen muss. Dieser wurde 2004 allerdings vom Bundesverfassungsgericht abgewiesen, mit der Begründung, dass der Abschlag verfassungskonform sei. Dennoch gibt es eine Menge Kritik an der FFA. Darauf werde ich heute aber nicht weiter eingehen, sonst würde ich vermutlich Morgen noch hier sitzen.

Man sieht also, dass für das Kino „nur“ ca. 25% Gewinn an einem Ticket übrigbleibt. Laufkosten des Kinos, weniger gut besuchte Filme und weitere Punkte, können da ganz schnell zum Problem werden. Und das ist auch die simple Begründung, warum Dinge wie Popcorn und Getränke extrem teuer sind. Als Ausgleich für eventuelle Verluste bei den Filmen. Das Preise vor allem für den Leih von Filmen in den vergangenen Jahren immer mehr zunahmen, tut natürlich sein Übriges dazu und löst mehr oder weniger eine Lawine aus, die dafür sorgt, dass der Geldbeutel mehr als früher geschröpft wird. Business as usual könnte man sagen.

Dennoch ist Kino nach wie vor ein fantastisches Erlebnis, für das ich bereit bin gerne auch mal ein wenig mehr zu zahlen. Die Atmosphäre ist einfach eine ganz andere, die Soundkulisse überwältigend und auch die Bildgewalt einfach bombastisch.
So gern ich zu Hause vor dem Fernseher sitze und die Star Wars Saga schaue, es kommt einfach nicht an das Erlebnis Kino heran. Deshalb werde ich wohl auch noch als Opa regelmäßig vor die große Leinwand pilgern und vielleicht Star Wars nicht nur in 3D, sondern vielleicht sogar 4D sehen!

Nächste Woche möchte ich beim Thema Kino bleiben und mich dem Mythos des Aussterbens widmen. Ich hoffe ihr seid auch dann wieder dabei! Lasst mich doch gerne wissen, was eure Meinung zu den teuren Preisen ist. Bis dahin eine angenehme Woche und nicht ganz so heiße Tage wie in der vergangenen. Macht’s gut!

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